Hart erarbeiteter 3:1-Erfolg gegen Pfaffenhofen

Mit Florian Horvath, Tim Hirtreiter und Erich Fries waren am Sonntagabend alle zuletzt fehlenden Spieler wieder mit an Bord der Black Hawks, dennoch oder eher gerade deswegen konnte wohl niemand im Vorfeld ahnen, dass die Partie gegen die Reserve aus Pfaffenhofen ein solch hartes Stück Arbeit werden würde.

Die ersten Minuten der Begegnung waren noch recht ausgeglichen, beide Teams hatten je eine gute Einschussgelegenheit. Ab der fünften Spielminute allerdings übernahmen die Black Hawks das Kommando, ein Schuss von Andreas Popp endete am Gestänge des Gästetors. In der sechsten Spielminute dann die erste Strafzeit des Abends: Pfaffenhofens Dominic Schröttner wanderte Richtung Strafbank – Powerplay für Passau. Exakt eine Minute später war dieses aber schon wieder vorbei. Nach einer Meinungsverschiedenheit auf dem Eis kassierten beide Teams Strafzeiten: Passaus Thomas Kremhelmer bekam zwei Strafminuten wegen Unnötiger Härte aufgebrummt, Gästespieler Nikolas Schünemann eine zehnminütige Disziplinarstrafe. In der achten Spielminute – die Gäste inzwischen in Überzahl – stockte den Zuschauern in der Passauer Eis-Arena der Atem: XXX verwertete einen Nachschuss zur trotz Überzahl überraschenden 1:0-Führung der Gäste. Drei Minuten später dann die Großchance zum schnellen Ausgleichstreffer, Gästegoalie Patrick Weiner aber war blitzschnell mit den Schonern auf dem Eis und verhinderte den Passauer Torerfolg. In derselben Spielminute spielten die Black Hawks erneut in Überzahl, anstatt zu schießen, vollzogen die Hausherren aber eine Art Dauer-Passspiel – Chance vertan. Aus dem Nichts kamen die Gäste in der 15. Spielminute fast zum zweiten Treffer des Abends, Christoph Zawatsky im Passauer Tor konnte den Alleingang von Robert Huber aber mit Bravour entschärfen. Eine Minute später tankte sich Martin Lamich durch die Gästeabwehr, der Abschluss des Tschechen war letztendlich aber zu schwach. In der 18. Spielminute war zunächst Zawatsky im Glück, als er die Scheibe aus einer unübersichtlichen Situation heraus abfangen konnte; im Gegenzug war es erneut Gästekeeper Weiner, der eine weitere Passauer Chance entschärfte. Mit dem Stand von 0:1 aus Passauer Sicht ging es schließlich in die erste Drittelpause. Die Hausherren waren bis dato die klar überlegene Mannschaft, im Spielaufbau und Abschluss allerdings viel zu harmlos und umständlich; Pfaffenhofen hingegen zeigte sich durch Ausnutzen einer ihrer wenigen Torgelegenheiten effektiv.

Im Mitteldrittel waren gerade einmal 18 Sekunden gespielt, da musste doch der Ausgleichstreffer fallen. So dachten alle, doch auf Seiten der Gäste gab es einen Patrick Weiner im Tor, der auch diese Gelegenheit vereitelte. Als Pfaffenhofen nach Strafen gegen Passaus Jakob Sattler und Dominik Persch in der 23. und 24. Spielminute in doppelter Überzahl agieren konnten, befürchteten die Zuschauer schon das Schlimmste; bis auf zwei Torchancen, die Zawatsky souverän parierte, konnten die Gäste aber kein Kapital daraus schlagen. In den Folgeminuten wogte das Spiel hin und her, nach wie vor waren die Black Hawks klar das bessere Team, ihr Zusammenspiel allerdings war an diesem Abend recht zerfahren. Als man es in der 33. Spielminute auch zu zweit nicht schaffte, Weiner im Tor der Gäste zu überwinden, wurden Erinnerungen wach an das Hinspiel in Pfaffenhofen – nur spiegelverkehrt: Damals war es Zawatsky, der mit einer Parade nach der anderen Pfaffenhofens Angreifer reihenweise zur Verzweiflung brachte. Sollte es dieses Mal etwa anders herum laufen? Die Fans jedenfalls versuchten alles, um das Team zu pushen, zu diesem Zeitpunkt aber noch ohne Erfolg. In der 35. Spielminute bot sich den Hausherren die nächste Überzahlgelegenheit, bis auf einen Schuss von Lamich genau auf Weiner blieb aber auch dieses Powerplay ohne eigenen Treffer. Daran sollte sich auch bis zum Ende des zweiten Spielabschnitts nichts mehr ändern – Spielstand nach 40 Minuten nach wie vor 0:1.

Das Schlussdrittel begann so, wie die ersten beiden Spielabschnitte aufgehört hatten: Passau klar spielbestimmend, Pfaffenhofen eigentlich dauerhaft in die Defensive gedrängt, Zählbares sprang dabei dennoch nicht heraus. Die über 500 Zuschauer hatten weiterhin ein feines Gespür dafür, dass bei ihren Black Hawks an diesem Abend nur wenig zusammenlief – sie peitschten das Team um Andreas Popp mit Dauergesängen weiter nach vorn, und tatsächlich, in der 49. Spielminute war der Bann endlich gebrochen: Nach Schuss von Andreas Toth verwertet Passaus Spielertrainer höchstpersönlich per Nachschuss zum lange überfälligen 1:1-Ausgleichstreffer. Die Halle stand nun Kopf, und auch beim Team der Black Hawks sorgte dieser Treffer für eine Art zweite Luft. Nur eine Minute später spielte man ein weiteres Mal in Überzahl, nach Thomas Kremhelmers Schuss vorbei am leeren Gästetor blieb allerdings auch dieses Powerplay ungenutzt. Kurz nach Ablauf des Überzahlspiels passierte es dann aber doch: In der 53. Spielminute bugsierte Vladimir Gomov den Puck zum vielumjubelten 2:1-Führungstreffer über die Linie. Müßig zu erwähnen, dass die Eis-Arena nun einem Tollhaus glich, in derselben Spielminute wäre die Feierstimmung der Passauer Fans aber um ein Haar wieder verstummt – doch in höchster Not parierte Zawatsky die Gästechance. In der 54. Spielminute ließen die über den Spielverlauf offenbar gefrusteten Pfaffenhofener Spieler zum wiederholten Male ihrem Ärger freien Lauf – enden tat dies in einer kleinen Kampfeinlage auf dem Eis, woraufhin Thomas Kremhelmer zwei Strafminuten wegen Unnötiger Härte, Pfaffenhofens Philipp Schünemann dagegen 2+2+10 Strafminuten kassierte. Das folgende Passauer Überzahlspiel wurde dann auch tatsächlich genutzt: Martin Lamich traf in der 55. Spielminute per Handgelenksschuss über den Innenpfosten zum 3:1 für Passau. Der Jubel unter den Fans kannte nun keine Grenzen mehr, auch die Passauer Spieler lagen sich in den Armen – die Partie war entschieden. In einem weiteren Passauer Powerplay hob Erich Fries den Puck noch über das leere Gästetor, doch diese vergebene Torgelegenheit war nur noch Nebensache. Ein 3:1-Heimerfolg stand nach Ablauf der 60 Spielminuten auf der Anzeigetafel, nach einem harten Stück Arbeit wurde die Reserve des EC Pfaffenhofen in die Knie gezwungen.

Von nun an fiebert ganz Passau dem kommenden Sonntag entgegen: Gegner ab 18:30 Uhr sind die Luchse vom Vorjahresmeister aus München. In dieser Partie haben es die Black Hawks selbst in der Hand – mit einem weiteren Heimerfolg ist der angestrebte Aufstieg in die Landesliga geschafft. (Foto: STOCK4press | www.stock4press.de)

Statistik:
EHF Passau Black Hawks – EC Pfaffenhofen 1b 3:1 (0:1, 0:0, 3:0)

Tore: 0:1 XXX 07:53, 1:1 Andreas Popp (Andreas Toth) 48:06, 2:1 Vladimir Gomov (Andreas Popp, Andreas Toth) 52:19, 3:1 Martin Lamich (Tim Hirtreiter, Sebastian Hesslinger) 54:57

Strafen: EHF Passau Black Hawks 8, EC Pfaffenhofen 1b 14 + 10 Nikolas Schünemann + 10 Philipp Schünemann
Zuschauer: 527

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