Am Sonntag Abend um 18.30 Uhr sollte der „Home-Opener“ der Passau Black Hawks in der Eishockey Bayernliga stattfinden. Alles war angerichtet für ein tolles und großes Eishockeyfest. Knapp 1.000 Zuschauer, darunter auch ein Fanbus aus Dorfen, hatten sich in der Passauer EisArena eingefunden. Das Spiel der Black Hawks gegen die Eispiraten Dorfen versprach ähnlich spannend wie im letzten Jahr zu werden. Beide Teams haben sich vor der Saison verstärkt und konnten bereits in der Saisonvorbereitung überzeugen. Am Ende erlebten die vielen Zuschauer in der Passauer EisArena ein wahres Debakel. Das Spiel wurde wegen starken Nebels in der EisArena abgesagt und konnte nicht angepfiffen werden. Bereits um 17 Uhr diskutierten die Schiedsrichter mit den Vereinsverantwortlichen über die Sachlage in der EisArena. Kann das Spiel überhaupt angepfiffen werden, war die alles entscheidende Frage. Die Sicherheit der Spieler und dem Schiedsrichtergespann stand bei der Entscheidungsfindung stets an oberster Stelle. Eine weitere Besprechung nur 45 Minuten später führte zu dem Ergebnis, beide Mannschaften sollten mit dem Warm-Up auf dem Eis beginnen. Die Situation mit dem Nebel wurde dadurch allerdings wesentlich schlechter – die Sicht auf der Eisfläche betrug nur noch wenige Meter. Um kurz vor halb sieben wurden die Fans in der Passauer EisArena informiert, dass sich das Schiedsrichtergespann in Abstimmung mit dem bayerischen Eishockey Verband sowie dem Schiedsrichterobmann befindet. Um 18.50 Uhr wurde der Beschluss gefasst um 19.15 Uhr die Mannschaften erneut zum aufwärmen auf die Eisfläche zu schicken und um 19:45 Uhr mit dem Spiel beginnen zu wollen. Die Sicht hatte sich bis dahin etwas gebessert. Die positive Meldung, dass nun doch Eishockey gespielt wird, führte schnell zu einer überragenden Stimmung – die EisArena kochte. Ernüchterung trat dann ein, als beide Teams zum aufwärmen die Eisfläche betraten. Die Nebelbildung setzte umgehend ein – Unsicherheit machte sich auf den Rängen breit. Um kurz nach halb acht dann die Gewissheit. Das Spiel der Passau Black Hawks gegen die Eispiraten Dorfen wird nicht angepfiffen. Der Hauptschiedsrichter Alain Kretschmer informierte, dass die Sicherheit bei den äußeren Umständen nicht zu gewährleisten sei. Die knapp 1.000 Zuschauer verließen nach über 90 Minuten Wartezeit enttäuscht und entnervt die Passauer EisArena. (Einlass in die EisArena war um 17:30 Uhr)

Den Passau Black Hawks entstand durch die Spielabsage auch ein erheblicher finanzieller Schaden. Unmut machte sich nicht nur bei den Fans, sondern auch bei den Partnern und Sponsoren der Passau Black Hawks breit. „Das ist für die Stadt Passau ein absolutes Armutszeugnis. Ein Spiel muss wegen Defiziten in der Passauer EisArena ausfallen. Über 1.000 Zuschauer mussten nach Hause geschickt werden und erlebten dieses Desaster mit. Heute Abend habe ich mich für die Stadt Passau geschämt.“ so ein Sponsor in einem Statement an die Stadt Passau. Bitter war die Spielabsage vor allem für alle Fans und Sponsoren mit weiter Anreise. So hat zum Beispiel der Medienpartner der Passau Black Hawks seinen Weg aus Regensburg völlig umsonst angetreten.

Ähnlich verärgert verließen die Gäste vom ESC Dorfen die Passauer EisArena. „Wir sind heute hergekommen und Eishockey zu spielen. Am Ende bleibt nur die Ernüchterung und die Gewissheit, wir bleiben auf den Kosten für die An- und Abreise sitzen. Dazu kommen die Kosten für das Wiederholungsspiel. Besonders bitter ist die Spielabsage für unsere Fans. Ein ganzer Bus ist umsonst angereist. Jeder einzelne Fan hat das Geld praktisch zum Fenster rausgeworfen. Es ist unverständlich warum in einer Stadt wie Passau die Spielstätte so schlecht ausgestattet ist. Die Verantwortlichen der Stadt sind sich über den Imageschaden für Passau gar nicht bewusst. Das wird sich heute wie ein Lauffeuer in der Bayernliga verbreiten – von Füssen bis nach Bad Kissingen.“ so die deutlichen Worte von Manfred Detterbeck, Abteilungsleiter der Eispiraten Dorfen.

Als Randnotiz bleibt auch festzustellen, dass von der DEL bis zur Bayernliga in allen Stadien am Sonntag gute Bedingungen herrschten. Zeitgleich fand übrigens am Sonntagabend ein Eishockeyspiel in Waldkirchen statt – problemlos!

In der Tat kämpfen die Passau Black Hawks bereits seit Jahren um eine Erweiterung der Passauer EisArena. Eine Lüftungsanlage sowie eine komplette Schließung der EisArena würden Abhilfe schaffen. „Die letzten Jahre hatten wir einige Male Glück mit dem Nebel und konnten trotz der schlechten Bedingungen in der EisArena spielen. Das Problem mit der Feuchtigkeit haben wir aber die komplette Saison. Die Plexiglasscheiben an der Bande sind so gut wie jede Woche beschlagen und die Sicht ist für die Zuschauer teilweise katastrophal. Da nützt auch mehrmaliges sauber machen nichts mehr. Wir bitten noch mal eindringlich um die Unterstützung der Stadt Passau.“ so der Appell von Pressesprecher Oliver Czapko.

Der Verein, die Sponsoren und Fans der Passau Black Hawks sind sich hier einig: Es muss gehandelt werden! Für das nächste Heimspiel am Sonntag gegen den EV Pegnitz um 15.30 Uhr zum Familientag stehen die Zeichen aktuell auf grün. Die Wetterprognosen sind gut! Die Passau Black Hawks sind neben dem SV Schalding-Heining vom Zuschauerschnitt das sportliche Aushängeschild der Stadt Passau. Also solches möchte der Verein auch wahrgenommen werden. „Die Eismeister haben alles versucht, die Situation war mit der vorhandenen Technik nicht in den Griff zu bekommen. Das Thema Entlüftung- Entfeuchtung und energetische Optimierung hatten wir auch beim letzten Gespräch mit den Verantwortlichen der Stadt nochmals auf der Agenda. Man beschäftigt sich bereits mit dem Thema, wir sind da auf offene Ohren gestoßen! Es geht ja nicht nur um die Spiele, sondern auch um die Trainingsbedingungen. Das ist genauso problematisch.“ gibt Black Hawks Vorstand Christian Eder zu bedenken. Von der U7 bis zur U17 haben die Black Hawks etwa 150 Kinder und Jugendliche im Passauer Eishockeynachwuchs.

Im Sinne des gesamten Eissports in Passau, es trifft ja auch die Eisläufer, Stockschützen und Eiskunstläufer, ist von Seiten der Stadt ein konkretes und überlegtes Handeln angesagt.

Der Termin für das Nachholspiel gegen die Eispiraten Dorfen steht noch nicht fest. Der Verband und die beiden Vereine sind jetzt gefordert einen Termin im dichten Terminkalender zu finden.

 

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