Es war nur ein Testspiel, dennoch kamen über 600 Eishockeyfans am Sonntagabend in die Passauer EisArena. Die staunten nicht schlecht, denn nicht der Favorit aus Regensburg, sondern die Passau Black Hawks feierten am Ende einen 4:2 Sieg.

Dem 10-jährigen Geburtstagskind Ben war es vorbehalten das erste Bully beim Heimauftakt der Saison 18-19 einzuwerfen. In den ersten Minuten bestimmten zunächst die Gastgeber das Spiel. Mit konsequenten Zweikämpfen störten die Black Hawks gekonnt den Spielaufbau der Domstädter. Das Team von Igor Pavlov schlug zwar die technisch feinere Klinge, doch richtig zwingende Chancen ergaben sich für die Eisbären nicht. So blieb das erste Drittel zwar torlos, jedoch zu keiner Zeit farblos.

Im zweiten Spielabschnitt durfte sich der neue Passauer Coach Christian Zessack ungewollt über eine Sondereinheit „Penalty-Killing“ freuen. Immer wieder schickten die Referees seine Spieler auf die Strafbank und mussten sich in Unterzahl gegen den Favoriten stemmen. Das machten sie richtig gut, bekamen immer wieder Sonderapplaus von den Rängen. Die Regensburger Stürmer verzweifelten schier an der starken Defensivleistung der Hawks. Nicht nur das, auch Neuzugang Clemens Ritschel hielt im Tor mit tollen Paraden seine Mannschaft im Spiel. So kam es wie es kommen musste, bei einem Konter versenkte Passau`s Gastspieler Ondrej Prochazka auf Zuspiel von Patrick Geiger die Scheibe zum 1:0 im Regensburger Gehäuse. Der Stachel war gesetzt, die Domstädter jetzt noch eine Spur aktiver. Immer wieder standen sie mit einem oder zwei Mann mehr auf dem Eis, doch Clemens Ritschel wuchs jetzt über sich hinaus und entschärfte alles, was auf seinen Kasten kam! Helmut Kößl, der Dienstälteste im Passauer Kader, packte dann seinen Hammer aus und brachte seine Farben nach 34 Minuten mit 2:0 in Führung. Die Freude währte aber nicht lange, denn jetzt kam die stärkste Phase der Eisbären. Nur eine Zeigerumdrehung später der verdiente Anschlusstreffer. Mit einer 2:1 Führung der Gastgeber ging es in die zweite Pause. Zu Beginn des letzten Drittels hatten dann auch die Hawks einmal Überzahl, doch auch sie vergaben zunächst die Chance die Führung auszubauen. Philipp Vogel nutze eine Unachtsamkeit der Black Hawks zum zwischenzeitlichen Ausgleich nach 46 Spielminuten. Der Regensburger Fanblock wachte auf, doch wieder wussten die fleißigen Hawks eine Antwort. Roman Nemecek zog auf und davon und hämmerte die Scheibe in den linken Torwinkel. 3:2 nach 50 gespielten Minuten für den Bayernligisten aus Passau! Die größeren Spielanteile hatten die Eisbären aus Regensburg. Das war wenig verwunderlich, zumal es die Schiedsrichter recht gut mit den Regensburgern meinten und Ihnen immer wieder die Möglichkeit gaben ihr Überzahlspiel zu verbessern. Es wurde aber zumindest nicht effektiver, die Scheibe lief zwar gut, doch spätestens im Abschluss hackte es. Den endgültigen Knock Out setzte Patrick Geiger. Nach einer wunderbaren Kombination vor dem Regensburger Kasten netzte er zum umjubelten 4:2 ein. Das war auch der Endstand in einem rassigen Testspiel vor schöner Kulisse.

„Es war ein Arbeitssieg, meine Mannschaft hat gekämpft, die Einstellung gefiel mir, deshalb hat sie sich den Sieg verdient!“ so der Passauer Trainer Zessack nach dem Spiel, trat gleichzeitig auf die Euphoriebremse und ergänzte „aber es hat mir noch nicht alles gefallen, da wartet schon noch Einiges an Arbeit auf uns!“

Verständlich, nach zwei Wochen Vorbereitung fehlt noch die Feinabstimmung.

Dennoch, die drei Spiele mit drei Siegen und das auch noch gegen zwei höherklassige Gegner, lassen aufhorchen! Überbewerten wird es keiner der Verantwortlichen in Passau, auch wenn Gästetrainer Igor Pavlov den Hawks Respekt zollte: „Starkes Spiel!“

Am kommenden Wochenende können sich die Passauer Eishockeyfans gleich auf zwei Heimspiele freuen. Am Freitag geht es um 20:00 Uhr gegen den Landeligisten ERSC Amberg und am Sonntag ab 18:30 Uhr gegen den hochgehandelten Ligarivalen ESC Dorfen. Tickets gibt es jeweils an der Abendkasse.

 

Statistik:

 

Passau Black Hawks – Eisbären Regensburg

 

1:0 (23:48) Prochazka (Geiger), 2:0 (33:53) Kößl (Groß/Müller), 2:1 (34:38) Gajovsky (Divis), 2:2 (45:52) Vogel (Franz/Tausch), 3:2 (49:43) Nemecek (Sagerer), 4:2 (56:14) Geiger (Wawrotzki)

 

Strafminuten Passau: 24 - Strafminuten Regensburg: 12

 

Zuschauer: 600

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