Die Passau Black Hawks durften sich am vergangenen Wochenende erneut über zwei Heimspiele freuen. Am Freitag war die Aufgabe mit dem TSV Trostberg eher als Pflichtaufgabe anzusehen. Trotzdem wurde bereits vor dem Spiel gewarnt, den TSV Trostberg nicht zu unterschätzen. Schließlich befindet sich mit Bob Wren ein Ex-DEL Spieler im Kader der Oberbayern. Am Ende setzten sich die Passau Black Hawks souverän mit 9:2 durch. Wichtige drei Punkte im Kampf um die Tabellenführung der Landesliga Gruppe 2. Vom ehemaligen NHL-Profi war an diesem Abend wenig zu sehen.

Am Sonntag war die Spannung im Fanlager der Passau Black Hawks zum Greifen nahe. Der Tabellenzweite EV Fürstenfeldbruck war zu Gast in der Passauer EisArena. Das Hinspiel konnten die Passau Black Hawks knapp mit 2:3 nach Penaltyschießen für sich entscheiden. Vor dem Spiel war bereits klar, dass Verteidiger Ruben Kapzan nicht zur Verfügung steht. Eine weitere Hiobsbotschaft kurz vor dem Spiel war eine muskuläre Verletzung von Tim Hirtreiter, er wird möglicherweise länger ausfallen.

Die 859 Zuschauer sahen ein von Anfang an hart geführtes Eishockeyspiel. Das Schiedsrichtergespann hätte früh im Spiel die Möglichkeit gehabt, die Grenzen abzustecken. So aber konnte der EV Fürstenfeldbruck seine übertriebene Härte wie auch bereits im Hinspiel (Andreas Popp musste nach einem Check ins Krankenhaus) fortsetzen. Black Hawks Stürmer Jörn Appelt wurde an der blauen Linie, ohne dass der Puck auch nur in der Nähe war, so hart gecheckt, dass der Stürmer von Schmerzen geplagt auf dem Eis liegen blieb. Jörn Appelt wurde noch auf dem Eis mehrere Minuten behandelt, konnte die Eisfläche aber nur mit Hilfe der Ärzte verlassen. Eine erste Diagnose deutet auf eine schwere Knieverletzung und somit das vorzeitige Saisonaus für Jörn Appelt hin. Alle Zuschauer rechneten nach diesem bösen Foul mit einer Match- oder Spieldauerstrafe. Weit gefehlt! Das Schiedsrichtergespann hatte das Foul wohl nicht mal gesehen und entschied auf Bully in der neutralen Zone. Mit Blick auf die kommenden Spiele wäre es wünschenswert, wenn die Schiedsrichter die Spieler wieder besser schützen würden. Einen weiteren „Aufreger“ gab es kurz vor Ende des ersten Drittels, als Black Hawks Stürmer Huber allein auf das gegnerische Tor zulief, die Scheibe flach aufs Tor schoss und zum jubeln abdrehte. Der Großteil unter den 859 Zuschauern hatte ebenfalls bereits die Hände zum jubeln erhoben und das Torhorn lies die EisArena erbeben. Das Schiedsrichter gespannt entschied hier nur knapp und bündig auf kein Tor.

Im zweiten Abschnitt zogen beide Mannschaften früh Strafzeiten. In der 26. Minute mussten gar zwei Black Hawks Spieler auf der Strafbank platznehmen. Diese Gelegenheit ließen sich die Gäste aus Fürstenfeldbruck nicht entgehen und erzielten durch Markus Pasterny die 0:1 Führung. Unbeeindruckt spielten die Cracks von Trainer Ivan Horak weiter nach vorne und erzielten nur eine Minute später durch Patrick Nutz den Ausgleich. Der Verteidiger wurde von Jürgen Lederer in Szene gesetzt und hämmerte die Scheibe ins rechte Tor Eck. Es entwickelte sich weiter ein spannendes Spiel in dem Passau die weit bessere Mannschaft auf dem Eis war, nur leider die Scheibe nicht im Tor unterbringen konnte.

Das letzte Drittel sollte nun die Entscheidung für Passau bringen. Nach dem das Spieltags-Ergebnis vom Rivalen aus Vilshofen bereits bekannt war, musste unbedingt ein Sieg her. Stürmer Jürgen Lederer sorgte in der 42. Spielminute für die Entscheidung. Lederer erwischt bei seinem Schuss Torhüter Dennis Berger wohl auf dem falschen Fuß, sodass der Puck den Weg unter den Beinen des Keepers hindurch ins Tor fand. Die Passau Black Hawks spielten die Partie souverän zu Ende und hätten durch aus noch das eine oder andere Tor erzielen können. So blieb es beim Endstand von 2:1. Unter tosendem Applaus feierten die Spieler und Fans noch Minuten nach dem Spiel.

Eine weitere sehr unsportliche Aktion ereignete sich nach Spielende, als eigentlich Gäste Trainer Christian Eibl zur Pressekonferenz nach dem Spiel eingeladen war. „Glaubt Ihr zu euch Deppen gehe ich zur Pressekonferenz!“ warf Eibl dem verdutzten Black Hawks Vorstand Christian Eder an den Kopf. Der komplimentierte den Trainer dann sehr schnell vor die Halle. Bereits beim Hinspiel in Fürstenfeldbruck mussten sich die Mannschaftsoffiziellen der Passau Black Hawks ähnlichen Unsportlichkeiten stellen.  

Passau Black Hawks Trainer Ivan Horak konnte auf der nachfolgenden Pressekonferenz über seinen Kollegen nur den Kopf schütteln. „Die spielen kein Eishockey. Eine gesunde Härte gehört dazu, aber das was Fürstenfeldbruck macht, ist lebensgefährlich für die Spieler. Bereits im Hinspiel wurden unsere Spieler immer wieder böse gecheckt. Das Foul an Jörn Appelt hätte bei einem anderen Schiedsrichtergespann zu einer Matchstrafe geführt mit einer mehr wöchigen Sperre.“ Weiter äußerte sich Ivan Horak noch zur Leistung seiner Mannschaft. „Ich kann heute sehr stolz sein. Wir haben das Spiel dominiert, den Schock über die schwere Verletzung von Jörn gut weggesteckt und sind nach dem Rückstand eindrucksvoll zurückgekommen.“

Neugierig sind die Offiziellen der Passau Black Hawks auch schon auf die Videoaufnahmen vom Spiel. Die Passau Black Hawks veröffentlichen zu jedem ihrer Spiele in den Social Medias die Highlights. Einige Aktionen gilt es nach dem Spiel noch mal ganz genau zu betrachten.

Bevor nächste Woche in den Spielen gegen Reichersbeuern (Auswärtsspiel am Freitag) und Dingolfing die Entscheidung um den Gruppensieg ansteht, haben die Passau Black Hawks eine erste Vertragsverlängerung zu vermelden. Trainer Ivan Horak hat seinen Kontrakt verlängert und bleibt den Passau Black Hawks auch in der Saison 2016/17 an der Bande erhalten. Hoffentlich dann als Trainer einer Bayernliga Mannschaft. – czo

 Statistik: Passau Black Hawks – EV Fürstenfeldbruck

0:1 (26.53) Pasterny (Steidle/Hoffmann) PP+2, 1:1 (27.40) Nutz (Lederer/Mrazek), 2:1 (41:21) Lederer (Mrazek)

Schiedsrichter: Gigler / Reidl

Strafminuten: Passau 14 – Fürstenfeldbruck 16

Zuschauer: 853

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