Es war angerichtet für ein spannendes Eishockey Wochenende in Passau. Mit dem EV Fürstenfeldbruck und dem SC Reichersbeuern standen den Passau Black Hawks zwei Spitzenmannschaften gegenüber. Freitag ging es Auswärts zum EV Fürstenfeldbruck – dem Tabellendritten der Landesliga Gruppe 2.

Herausfordernd war hier nicht nur der Gegner, die Überraschungsmannschaft der Landesliga Gruppe 2, sondern auch das offene Eisstadion. Gerade auf offenen Eisflächen hatten die Passau Black Hawks in der Vergangenheit oft Probleme, da das Eis sich anders als in geschlossenen Hallen spielen lässt. Am Freitag kam dazu auch noch das Wetter – immer mal wieder setzte leichter Regen ein. Dies hielt die Fans der Passau Black Hawks nicht davon ab, einen Bus zu chartern und mit 50 Mann nach Fürstenfeldbruck zu reisen. Gerade diese grandiose Unterstützung sollte am Ende den Unterschied ausmachen.

Im ersten Drittel wollten noch keine Tore fallen, trotzdem war es ein klasse Spiel mit tollen Aktionen auf beiden Seiten. Beide Torhüter konnten sich in den ersten zwanzig Minuten gleich mehrmals auszeichnen. Einen Moment des Schreckens gab es in der elften Spielminute, als Andreas Popp nach einem Check verletzt liegen blieb. Zwar kehrte der Vorzeigespieler noch mal auf das Eis zurück, musste aber in der Drittelpause dann doch ins Krankenhaus. Der zweite Abschnitt war gerade elf Spielminuten alt, als Oliver Ferstl eine Unaufmerksamkeit in der Hintermannschaft des EV Fürstenfeldbruck zur 0:1 Führung nutzen konnte. Dank Torhüter Christian Hamberger gingen die Black Hawks mit der 0:1 Führung in den Schlussabschnitt. Dort dauerte es nur zwei Minuten bis die Gastgeber den Ausgleich in Überzahl erzielen konnten. Die Passau Black Hawks zogen im dritten Drittel einfach zu viele Strafzeiten. So gingen die Gastgeber bei einer 5 gegen 3 Überzahl dann auch mit 2:1 in Führung. Kurz vor dem Seitenwechsel, welcher auf einer offenen Eisfläche nach zehn gespielten Minuten im letzten Drittel durchgeführt wird, gelang Daniel Huber der Ausgleich aus halbrechter Position. In den letzten Minuten sollte beiden Mannschaft kein Treffer mehr gelingen, sodass die Entscheidung im Penaltyschießen fallen musste. Dort war es auch gleich der erste Schütze der für die Entscheidung sorgte. Jürgen Lederer lies bei seinem Penalty den Torhüter alt aussehen und versenkte die Scheibe auf der Fanghandseite ins rechte obere Tor Eck. Eine umkämpfte Partie endet nicht unverdient mit einem 2:3 Sieg nach Penalty für die Passau Black Hawks.

Nicht einmal 48 Stunden später mussten sich die Black Hawks dem nächsten Konkurrenten um die ersten vier Tabellenplätze stellen. Die von Beppo Schlickenrieder trainierten Reichersbeurer belegen aktuell den fünften Tabellenplatz und kämpfen noch um den Einzug in die Zwischenrunde. In Bestbesetzung angetreten wollten die Oberbayern die drei Punkte mit nach Hause nehmen. Passau musste lediglich auf Andreas Popp (Gehirnerschütterung) verzichten, der sich am Freitag bei einem Check verletzte.

611 Zuschauer in der Passauer EisArena sollten nicht enttäuscht werden. Die Zuhause noch ungeschlagenen Black Hawks taten sich in der Anfangsphase noch etwas schwer. Ein Abwarten und Lauern auf beiden Seiten. In der vierzehnten Spielminute durften die Passauer Fans dann das erste Mal jubeln. Ein Pass von Jürgen Lederer wurde vom eigenen Mann unhaltbar in das Tor des SC Reichersbeuern abgefälscht. Diese Unruhe in der Hintermannschaft nutzte nur zwei Minuten später Oliver Ferstl zum 2:0 für die Black Hawks. Jugendspieler Michael Dorfner „klaute“ ganz klassisch die Scheibe und setzte Ferstl toll in Szene, welcher im Stil eines NHL Spielers dem Gästekeeper keine Chance lies.

Das zweite Drittel durften die Passau Black Hawks mit einem Überzahlspiel beginnen. Frantisek Mrazek nutze dieses Überzahlspiel per Schlagschuss zum 3:0 für Passau. Trotz des deutlichen Spielstandes war es keineswegs ein einseitiges Spiel. Reichersbeuern kam immer wieder gefährlich vor das Passauer Tor, scheiterte doch ein ums andere Mal am glänzend aufgelegten Keeper Christian Hamberger. Ein Herz fasste sich in der 30. Minute Tim Hirtreiter und zog an der blauen Linie einfach mal ab. Verdutzt konnte Gäste- Torhüter Schramm den Puck nur noch aus dem Tor fischen – 4:0 Passau. Jubeln durfte im zweiten Drittel auch noch der SC Reichersbeuern. Marinus Büttner nutzte eine gelungene Kombination in eigener Überzahl zum 4:1 Drittelstand.

Im letzten Drittel legten die Passau Black Hawks erneut wieder los wie die Feuerwehr. Es waren gerade einmal 39 Sekunden gespielt als Oliver Ferstl seinen zweiten Treffer an diesem Abend zum 5:1 Zwischenstand feiern durfte. Die weiter kämpfenden Reichersbeurer konnten durch Josef Schlickenrieder und Robert Schatton noch auf 5:3 verkürzen. Durch den Sieg gegen Reichersbeuern und der gleichzeitigen Niederlage des Nachbarn aus Vilshofen, haben die Passau Black Hawks die Tabellenführung weiter ausgebaut.

„Die beiden Siege vom Wochenende helfen uns richtig weiter. Für uns ist jetzt wichtig, weiter konzentriert zu bleiben und die nächsten Spiele zu gewinnen. Mit dem ersten Tabellenplatz würde man in der Zwischenrunde dem Favoriten aus Erding aus dem Weg gehen.“ so der sportliche Leiter Marcus Petri.

Passau darf bereits am Wochenende erneut zweimal antreten. Am Freitag kommt der TSV Trostberg in die Passauer EisArena, ehe am Sonntag das Spitzenspiel gegen den Tabellendritten EV Fürstenfeldbruck ansteht. Trainer Ivan Horak kann dann hoffentlich auch wieder auf Stürmer Andreas Popp zurückgreifen. Fehlen wird am Freitag Frantisek Mrazek, der nach drei Spieldauerstrafen gesperrt ist. – czo 

Statistik: Passau Black Hawks – SC Reichersbeuern

1:0 (13.44) Lederer, 2:0 (15.13) Ferstl (Dorfner), 3:0 (20.22) Mrazek (Huber/Nutz) PP+1, 4:0 (29.40) Hirtreiter (Friedl), 4:1 (32.38) Büttner (Reiter/Telesz) PP+1, 5:1 (40.39) Ferstl (Detterer/Hamberger), 5:2 (45.40) Schlickenrieder (Harrer) PP+1, 5:3 (47.14) Schatton (Telesz)

Strafminuten: Passau 14 plus 10 Mrazek, Reichersbeuern 12 plus 10 Telesz

Zuschauer: 611

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